Engagement
Vom Praktikum über
die Ausbildung in
den Einkauf
Kein Arbeitstag
nach Schema F
Der Rechner fährt hoch, die ersten Mails warten schon und kurz darauf startet die tägliche Besprechung im Einkauf. Was danach passiert, lässt sich nicht immer planen. Eine Lieferung verspätet sich, ein Lieferant meldet einen Maschinenausfall oder für ein Projekt muss kurzfristig eine Alternative gefunden werden.
Bei Alina Berberich sieht deshalb kaum ein Arbeitstag aus wie der andere. Sie arbeitet im operativen Einkauf bei REINHOLD KELLER am Firmenhauptsitz in Kleinheubach und verantwortet dort ihren eigenen Bereich.
Vom Schnupperpraktikum zur Ausbildung
Dass Alina heute im Einkauf arbeitet, hat sich Schritt für Schritt entwickelt. Angefangen hat ihr Weg bei RK mit einem Praktikum. Danach war für sie schnell klar, dass die Ausbildung zur Industriekauffrau gut zu ihr passt. Im September 2020 startete sie schließlich im #TEAMRK.
Während ihrer Berufsausbildung lernte sie verschiedene Bereiche kennen und war von Anfang an mittendrin. „Ich fand es gut, nicht nur danebenzusitzen und zuzuschauen. Ich hatte eigene Themen und wusste, dass ich dafür verantwortlich bin. Da wächst man ziemlich schnell rein“, berichtet Alina über ihre Anfänge.
IM EINKAUF ANGEKOMMEN
Mit der Zeit merkte Alina, dass ihr der Job im Einkauf immer mehr liegt. Sie lernte die Abläufe besser kennen, bekam ein immer klareres Bild davon, wie viele Schnittstellen hier zusammenspielen und konnte sich vorstellen, auch langfristig in dieser Abteilung zu bleiben.
Als ihr eine feste Stelle angeboten wurde, musste sie deshalb nicht lange überlegen. Sie blieb direkt im Team und übernahm mit der Zeit immer mehr Aufgaben und Verantwortung.
Heute kümmert sich Alina um den Bereich Handelsware und Fremdleistungszukauf. Und das kann deutlich größer werden, als es zunächst klingt. „Da kauft man nicht nur mal einen einzelnen Artikel ein. Im Fremdleistungszukauf kann es auch darum gehen, ein komplettes Hotelzimmer einzukaufen“, erklärt die 22-Jährige.
ZWISCHEN ANGEBOTEN UND LIEFERTERMINEN
„Abwechslungsreich, überraschend und manchmal auch ein bisschen herausfordernd“, beschreibt Alina ihren Job mit einem Augenzwinkern. Bis aus einer Anfrage eine Bestellung wird, sind nämlich einige Entscheidungen zu treffen. Sie holt Angebote ein, vergleicht Preise und Leistungen und prüft, welche Lösung am besten zum jeweiligen Projekt passt. Mit dem Absenden der Bestellung ist die Sache allerdings längst nicht erledigt.
„Manchmal denkt man, die Bestellung ist raus und damit ist diese Aufgabe erledigt. Schön wär’s“, sagt Alina lachend und fügt hinzu: „Oft geht es danach nämlich erst richtig los!“
Liefertermine müssen im Blick behalten, Rückfragen geklärt und Änderungen abgestimmt werden. Dafür arbeitet Alina eng mit den Kollegen aus Projektleitung, Kalkulation sowie Logistik zusammen.
Der Kontakt zu Lieferanten findet dabei längst nicht nur per E-Mail oder Telefon statt. Mal kommen Partner zu Projektgesprächen nach Kleinheubach oder Alina ist selbst unterwegs und besucht nationale sowie internationale Hersteller.
Wenn der Plan plötzlich nicht mehr aufgeht
Herausfordernd wird es im Einkauf, wenn sich ein Plan kurzfristig ändert. Ein Produkt ist nicht verfügbar, ein Termin verschiebt sich oder eine Lieferung schafft es nicht wie vorgesehen zur Baustelle.
Dann beginnt die Suche nach einer Lösung. Kann die Ware mit einem späteren Transport mitfahren? Ist eine Direktlieferung auf die Baustelle möglich? Gibt es eine Alternative, die zum Projekt passt?
„Man weiß morgens nie so richtig, was einem bis Feierabend noch auf den Schreibtisch flattert. Langweilig wird es auf jeden Fall nicht“, bestätigt Alina. Und manchmal braucht es eben ein paar Telefonate mehr, bis am Ende wieder alles passt.
Vom Angebot bis ins Hotelzimmer
Wie sichtbar die eigene Arbeit am Ende werden kann, hat Alina bei ihren ersten Projekten für Moxy Hotels erlebt. Bei den bunt gestalteten Hotels landen auch Dinge auf der Einkaufsliste, die im Projektalltag eher ungewöhnlich sind. Koffer, Gepäckwagen, Sitzsäcke oder sogar Modellflugzeuge gehörten damals mit dazu.
„Das war schon ziemlich cool und auch mal etwas ganz anderes. Solche Sachen kauft man schließlich nicht jeden Tag für ein Hotel ein“, bestätigt die Fachfrau.
Bei solchen Projekten wird für Alina greifbar, welchen Anteil der Einkauf am fertigen Innenausbau hat. Ihre Arbeit endet nicht mit einer Bestellbestätigung. Viele der Produkte, um die sie sich zuvor gekümmert hat, finden sich später im fertigen Hotel wieder und werden dort Teil des Gesamtkonzepts.
Heute auf der anderen Seite
Seit ihrer eigenen Ausbildung hat sich Alinas Rolle noch an einer anderen Stelle verändert. Mittlerweile betreut sie innerhalb der Abteilung Azubis und Praktikanten. Noch vor wenigen Jahren lernte sie die Abläufe selbst kennen, heute erklärt sie anderen, wie Anfragen, Angebotsvergleiche oder Liefertermine funktionieren.
„Man darf schon als Azubi wirklich mitarbeiten und bekommt seine eigenen Aufgaben zugeteilt. Das hilft total, weil man irgendwann merkt: Okay, das liegt mir oder eben merkt: Das ist eher nichts für mich“, bestätigt Alina. Dass sie heute selbst bei den ersten Schritten anderer unterstützt, passt ziemlich gut zu ihr. „Ich bin einfach jemand, der gerne hilft. Wenn ich irgendwo unterstützen kann, mache ich das auch.“
Musik an, Kopf aus
Stillstehen ist ohnehin nicht Alinas Ding. Sie trainiert eine Showtanzgruppe, tanzt selbst mit und tüftelt immer wieder an neuen Choreografien. Wenn kein Training ansteht, ist sie gerne mit Freunden unterwegs. Viel Bewegung, viele Leute und immer wieder etwas Neues. Ganz so weit weg von ihrem Arbeitsalltag ist der Ausgleich im Privatleben gar nicht.